Transkommunikation & Jenseitsforschung – Geister & Spukerscheinungen
Zitate zu Tot, Leben und Transkommunikation …

Kommunikation geschieht niemals Zufällig!

— Ingo Jäckels
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Geisterjagd und der Vorwurf der Pseudowissenschaft

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Apps für die Geisterjagd – unbrauchbarer Unfug…

Viele Menschen, die in Folge der diversen Sendeformate im TV zur „Geisterjagd“ gekommen sind, nehmen die dort gezeigten Vorgehensweisen leider als Grundlage, auch wenn diese oftmals fehlerbehaftet sind und man eigentlich gar nicht genau weiß welche Geräte man verwendet, und wozu sie dienen – bzw. wie sie funktionieren.

Das ist kein Vorwurf!

Jeder fängt irgendwann an und ist froh wenn er eine Grundlage hat, auf die er zurückgreifen kann, aber jeder der einsteigen möchte, sollte sich auch vor Augen führen dass vieles – was als zwingend notwendig behandelt wird – im Grunde gar nicht notwendig ist, und man oftmals mit dem teuer erkauften Produkt – welches ja auch von den Profis im TV genutzt wird – im Grunde nur verschaukelt wurde, und ein Stück „teurer“ Technik in Händen hält, welches man sich entweder günstig selbst hätte anfertigen können, oder dass den Käufer lediglich narrt und keine Ergebnisse, sondern gut gestalteten Betrug liefert.

Es wird von vielen Geisterjägern kritisiert dass ihre Arbeit von der Wissenschaft nicht ernst genommen würde. Was aber, wenn man sich manches Vorgehen genau und nüchtern betrachtet, nicht weiter verwundert.

Messgeräte – Leute kauft Messgeräte!

Wenn EMF Messgeräte massiv genutzt werden, und gleichzeitig Sprechfunk, W-LAN sowie teilweise ein weiterer Technikberg, der auf der Verwendung von Funktechnik, oder dem Einsatz starker elektromagnetischer Bauteile beruht, eingesetzt wird, dann wird der Ausschlag oder der Anstieg eines EMF Wertes sehr schnell natürlich erklärbar. Und wenn dann der Geisterjäger darauf beruht dass das Anzeigen eines EMF Feldes auf die Aktivität von Geistern beruht, dann kann man dies wissenschaftlich einfach nicht für voll nehmen.

Man sollte sich als Erforscher des Paranormalen daher nicht auf die Sendungen verlassen welche wöchentlich einen Geist aus der Büchse zaubern und dabei vorgeben wissenschaftlich zu arbeiten, sondern sich stets vor Augen führen dass es in einem Forschungsfeld, in welchem die reguläre Wissenschaft gar nicht forschen kann, auch keine wirklichen Experten gibt! Und wenn die Darsteller in den Sendungen sagen dass sie wissenschaftlich vorgehen, oder auf wissenschaftlichen Grundlagen arbeiten, dann ist dies vielleicht – im besten Falle – eine aus Unwissen getätigte Aussage.

Da arbeiten keine Wissenschaftler, keine Menschen die lange studierten um die Funktionen und Hintergründe der genutzten Werkzeuge zu verstehen, sondern normale Menschen mit Werkzeugen die sie teils nicht beherrschen, und die oftmals nicht wissen was sie da eigentlich messen. Es sind Leute die haben sich irgendein Messwerkzeug XY gekauft, weil es sein könnte dass da was mit „bewiesen“ werden kann, es aber nicht wissen. Man nutzt das Messgerät, weil es im Alltag selten benutzt wird, und somit an sich etwas Besonderes darstellt und man glaubt etwas Besonderes in den Händen zu halten.

Trifeld EM Natural Meter, K II EMF Meter, Gaussmaster EMF, und, und, und – letzten Endes messen diese Geräte alle im gleichen Bereich! Also ist es egal wie das Ding heißt, es ist die gleiche Technik in unterschiedlichen Gewändern und mit verschiedenen Anzeigen.

Im Übrigen werden solche Sendungen durch Produktplatzierungen finanziert. Und hier sollte man klar festhalten dass einige Sender auch eigene Produkte auf den Markt werfen. Und wenn sich ein Mensch davon überzeugen lässt dass die hundertste Variante einer Stimmdatenbank Geisterstimmen wiedergibt, oder dass auch das zehnte EMF-basierende Messgerät zwingend notwendig ist, dann verkauft der Sender diese auch. Und zwar zu teils horrenden Preisen!

Beispiel Ghostbox und Co.!

Hier wird auf die seit Friedrich Jürgenson bekannte Methode der Radioeinspielung in abgeänderter Form zurückgegriffen. Stellte Jürgenson noch einen leeren Sender mit atmosphärischem Rauschen ein, so gehen diese Ghostboxen – die eigentlich nur modifizierte Radios sind – den Sendersuchlauf durch und erzeugen ein weißes Rauschen, welches die Erzeugung von EVPs, bzw. Tonbandstimmen, erleichtern soll. Stolperstein an der Sache: Teils lassen die Geräte sich nicht so einstellen, dass Wortfetzen vermieden werden. D.h. man hat im Endeffekt keine Geisterstimme, sondern ein Bruchstück eines Radiosenders! Alternativ hierzu könnte man auf Rauschgeneratoren zurückgreifen die tatsächlich weißes Rauschen erzeugen, und die keine Zufällig aufgenommen Radiostimmen beinhalten.

Stimmdatenbanken, wie die Ovilus Box – die mal eben für 300 Euro über den Ladentisch geht, und die es auch als Handyapp (dazu unten mehr) gibt, sind ein Paradebeispiel für solchen Nepp. Hier werden per Zufallsprinzip Wortfetzen und Buchstaben aneinandergereiht und als verzerrte, roboterhafte Stimme wiedergegeben. Wie soll ein Geist, wenn er mit den Lebenden kommunizieren will, auch wissen wie die Programmierung in dem Gerät aussieht, und über welchen Sensor wird es überhaupt kontaktiert? Es wird verwendet, aber wer kann schon sagen auf welche Art diese Dinger funktionieren, welche Technik dahinter steht? Und deswegen kann man diese Geräte nicht ernsthaft als Werkzeug zur Analyse in Betracht ziehen. Aber man sah es ja im TV, bei den „Profis“ …

Bevor man sich ein Mess- oder Aufnahmegerät, zulegt sollte man sich daher darüber informieren was man damit messen und aufzeichnen kann, wie man damit umgeht, welche Grundwerte normal sind, welche Fehlerquellen existieren und was ein Ergebnis eigentlich aussagt. Insbesondere im Bezug auf die ganzen periphären Gerätschaften, die es mittlerweile auf dem Markt gibt. Was nutzt ein solches Gerät, wenn man nicht weiß wie es funktioniert, und auf welchen Grundlagen es arbeitet? Man bekommt quasi ein Ergebnis, weiß aber nicht was es aussagt. Und das ist letztlich ein unbrauchbares Ergebnis.

Diese simplen Basics sind oftmals aber nicht gegeben, und da wird es eben schwer die – ehrlich gemeinte, aber eben falsch praktizierte – Forschung wissenschaftlich anzuerkennen. Das der aufrichtige Freizeitforscher sich darüber echauffiert, ist aber auf der anderen Seite ebenfalls verständlich: Investiert dieser doch viel Zeit, Glauben und Hoffnung – vom Geld ganz zu schweigen – in sein Hobby und wird letztlich doch nicht ernst genommen…

Extremfall: Handy-Apps und Geisterjagd

Besonders skurrile Formen nimmt eine Geisterjagd an, wenn Handyapps zum Einsatz kommen. Was gibt es da nicht alles an „Ghosthunting Tools“?

EMF Detektoren fürs Handy, Geister-Radare in den buntesten Formen, IR und Wärmebildkamera Apps, EVP Maker, Witchboards, und, und, und … Wer sich auf solche Dinge verlässt, denn kann man gar nicht für voll nehmen!

Weder ein Smartphone, noch ein Tablett haben eingebaute Sensoren um überhaupt eine EMF Messung vorzunehmen, und keine Handycam KANN eine thermografische Aufnahme erstellen, oder verfügt über einen Filter der Geister sichtbar macht.

Auch die diversen Geisterradare können gar nicht funktionieren! Welche Sensoren sollen Geister aufspüren? Die Beschleunigungssensoren? Der Touchscreen? Das GPS? Der Neigungsmesser oder das Mikrofon? Eventuell die Kamera??

Was die Ghostboxen auf mobilen Geräten angeht, ich finde es immer wieder lustig wenn diese Dinger einen Sendersuchlauf simulieren. Die meisten Handys und Tabletts haben kein eingebautes Radio – wäre ja auch unsinnig wenn man die meisten Sender digital und über W-LAN empfangen kann. Das fällt insbesondere dann auf wenn diese White Noise Generatoren lustig zwischen den gespeicherten Sendefetzen amerikanischer Radiostationen mit den Störgeräuschen analoger Funksignale switchen.

Und das in Europa!

Das einzig Sinnvolle, was ein Handy oder Tablett zur Geisterjagd anbietet, ist ein Mikrofon um EVPs, oder Tonbandstimmen, aufzunehmen. Alles Andere kann auf Grund seiner technischen Beschaffenheit lediglich als Spielzeug durchgehen, aber keine brauchbaren Ergebnisse liefern.

Hier sollte sich daher jeder der ernsthaft an der Erforschung des Paranormalen interessiert ist zunächst mit seinem Mobilgerät auseinander setzen, bevor er Geld in irgendwelche Programme steckt, die ihn neppen … das Einzige was positiv sein mag, für die Programmierer dieser Spielsachen: Durch die eingeblendete Werbung verdienen die Leute etwas. Aber wer sich ernsthaft mit Geisterjagd befasst, und dann diese Dinger als „Belege“ präsentiert, der verliert sehr schnell seine Glaubwürdigkeit …

2 Antworten auf Geisterjagd und der Vorwurf der Pseudowissenschaft

  • Alles schön und gut, doch wie können Sie sich die Antworten erklären, die gezielte Fragen beinhalten?

    Das können wohl keine zufällige Radiostimmen sein, denn wenn man gezielte Fragen stellt, wie z.B. das heutige Datum, oder die Wiedergabe seines eigenen Namens, dann zeugt das wohl von realistischen Bedingungen.

    ( Siehe z.B. „Para Ink“, oder „Geisterakten“ auf Youtube )

    Tja, auch wenn man es nicht wahrhaben möchte, weil es einen wohlmöglich ängstigt, es gibt paranormale Dinge die nicht erklärbar sind.

     

    • Das behaupte ich auch gar nicht – es gibt hier mehrere Artikel die sich auf EVPs beziehen, und ich weiß dass es dieses Phänomen gibt, und dass dort eine Intelligenz hintersteht. Und ja, ich bin sogar selber jemand der sagt dass es sich dabei um Kontakte mit Verstorbenen handelt. Aber das Risiko einer Täuschung aufzuliegen, ist bei den hier behandelten Geräten einfach zu groß.

      Es geht in diesem Artikel auch hauptsächlich darum wie interessierten Forschern das Geld aus der Tasche geleiert wird. Nicht um das Erzeugen, bzw. aufnehmen von Tonbandstimmen per se… 😉

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